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Analysen

Sozialismusbewältigung Teil 8

Josef Schüßlburner

Sozialismusbewältigung

8. Teil: Die deutschen 68er: Die eigentlichen Neo-Nazis?

Plädoyer für die Bewältigung der Vergangenheit der wesensverwandten „68er“

Das mentalitätsmäßige Nachwirken des Nationalsozialismus hat sich bei den sich weitgehend als Abspaltung von der SPD darstellenden (bundes-)deutschen 68ern zum Ausdruck gebracht, aus denen bleibend „Die Grünen“ als - neben der roten und der braunen - grünen Variante des Sozialismus hervorgegangen sind. Wie die jüngsten linken Gewaltvorgänge in Hamburg zeigen, „blicken die Grünen wieder einmal in die eigene Vergangenheit“ (so die FAZ vom 17.07.17, S. 1). Damit ist ein äußerst bewältigungsbedürftiges Phänomen bezeichnet.

Mit dem Auftreten der Außerparlamentarischen Opposition (APO), die wesentlich aus dem Sozialistischen Studentenbund (SDS), der ursprünglichen Studentenorganisation der SPD, hervorgegangen ist, hat sich auch nach Einschätzung des angehenden BRD-(Staats-) Philosophen Jürgen Habermas ein „Linksfaschismus“ gezeigt. Eine wesentliche theoretische, aber auch personelle Verknüpfung zum historischen Faschismus stellte dabei Giovanni bzw. Johannes Agnoli dar, dessen Werk „Die Transformation der Demokratie“ zur Bibel der APO avanciert ist und auf die faschistische Kritik an der parlamentarischen Demokratie zurückgeht. Die 68er haben „antiautoritär“ sozialistische Führer- und Erlöserfiguren wie „Mao“, „Ho-Ho“ und „Che“ verehrt und dabei eine gnostische Weltsicht und entsprechende heldisch erscheinende Verhaltensweisen entwickelt, was sie insgesamt als bundesdeutsche Besonderheit der weltweiten 68er zu den wirklichen Neo-Nazis gemacht hat: „Spätestens ´33 wären wie alle dabei gewesen“, so zumindest eine realistische Selbsteinschätzung eines prominenteren 68ers.

Die 68er-Bewegung stellt ein weltweites Phänomen dar, wozu als schlimmste Erscheinung sicherlich das Pol-Pot-Regime in Kambodscha, das Genozid der 68er, zu nennen ist, ein Sozialismus-Experiment, das in Sri Lanka in Form der singhalesischen JVP oder der tamilischen LTTE beinahe erfolgreich nachgemacht worden wäre. Mit derartigen Erscheinungen, wie Pol Pot und Mao hatten zumindest die sog. K-Gruppen der bundesdeutschen 68er durchaus sympathisiert. Auch der bislang für die Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland wirklich gefährliche Terrorismus der sog. Roten Armee-Fraktion (RAF) hat sich aus den radikalen Erscheinungen der 68er-Bewegung ergeben. Dies zeitigt immer noch Nachwirkungen wie zuletzt in Hamburg geschehen, wo aufgrund politisch linker Gewalttätigkeit ein ganzes Stadtviertel in Flammen zu stehen schien.

In der Bundesrepublik ist mit dem 68er-Phänomen erkennbar eine  „Wiederkehr des Verdrängten“ erfolgt, dessen Verständnis die Erkenntnis zur Voraussetzung hat, daß Verdrängtes nur in einer Metamorphose wiederkehrt und damit nicht gleich auf Anhieb die Kontinuität sichtbar wird: Der Faschismus tritt dann nämlich als Antifaschismus auf und der Rassismus als (antideutscher) Antirassismus und der Nationalismus als Fremdnationalismus durch Unterstützung sozialistischer Freiheitsbewegungen, die im wesentlichen nationalistisch motiviert waren und sogar zum Rassismus tendierten. Der „Kampf gegen rechts“ als bleibendes Phänomen und Folge der politischen Integration der 68er-Generation, dessen Opfer die Deutschen insgesamt sind, schon weil ihnen eine in normalen Demokratien anerkannte politische Option genommen wird, nämlich sich in aller Freiheit für eine Rechtspartei aussprechend zu können, ist seinem inneren Wesen nach faschistisch und verwirklich ein Vermächtnis des Nationalsozialismus, der sich selbst vorgeworfen hat, den „Schlag gegen rechts“ unterlassen zu haben. Diese „Wiederkehr des Verdrängten“  wiederum ist der Ausgangspunkt für ein linksautoritäres Demokratiekonzept, das unter Berufung auf Demokratie an die Einschränkung der Demokratie geht.

Hinweis:

Bei der vorliegenden Abhandlung handelt es sich um eine überarbeitete Fassung eines entsprechenden Beitrags mit dem Titel

Der Nationalsozialismus der 68er für die Zeitschrift „eigentümlich frei“ (ef). Dieser Beitrag war dort im Heft 53 auf Seite 34 ff. erschienen.

http://ef-magazin.de/autor/josef-schuesslburner/ 

Außerdem sind folgende weitere Beiträge eingearbeitet:

Vergangenheitsbewältigung: Sind die Achtundsechziger die eigentlichen Neo-Nazis? Über die Wiederkehr des Verdrängten

http://ef-magazin.de/2008/05/01/vergangenheitsbewaeltigung-sind-die-achtundsechziger-die-eigentlichen-neonazis

Die Verortung des Nationalsozialismus im ideengeschichtlichen Kontinuum und über die Gefahren für heute

http://ef-magazin.de/2009/09/06/1461-schwerpunkt-sozialismus-die-verortung-des-nationalsozialismus-im-ideengeschichtlichen-kontinuum

Kubanische Revolution: „Che“ lebt!

ef 68, S. 25

und

Sozialismus für Kleinbürger (Rezension des Buches von Frédéric Krier: Sozialismus für Kleinbürger, 450 Seiten, 64,90 Euro, Böhlau 2009)

ef 95, S. 54

Die Redaktion von www.links-enttarnt.net dankt der Redaktion der Zeitschrift „eigentümlich frei“ http://ef-magazin.de/  für die Zustimmung zum etwas umgearbeiteten Wiederabdruck.

Der vorliegende Beitragstellt außerdem eine Ergänzung zum Werk des Verfassers dar:

Josef Schüßlburner, Roter, Brauner und Grüner Sozialismus. Bewältigung ideologischer Übergänge von SPD bis NSDAP und darüber hinaus, 2008 Lichtschlag Medien und Werbung KG

ISBN-10: 3939562254

ISBN-13: 978-3939562252

Dieses Buch ist im März 2015 in unveränderter 3. Auflage wieder erschienen und nunmehr auch in einer Kindle-Edition für 6,99 € erhältlich.

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