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Analysen

Sozialismusbewältigung
Teil 10

Josef Schüßlburner
Sozialismusbewältigung
10. Teil: Sozialismus als Faschismus
Belege bei Betrachtung außereuropäischer Phänomene

Die fest etablierte und teilweise staatlich finanzierte „Antifa“, sei sie nur ideologisch verbohrt oder gar politkriminell tätig, hält dem Sozialismus vor allem seinen antifaschistischen Charakter zugute. Faschismus ist jedoch im Kern eine Häresie des Sozialismus, mag er auch rechte politische Elemente adoptiert haben. Dies wird vor allem bei der Fragestellung deutlich, ob es Faschismus auch außereuropäisch gegeben hat. Die Antwort ist schwierig, wenn man dort ansetzt, wo dies die „Bewältigung“ versucht, wie etwa, ob das mit Deutschland während des 2. Weltkriegs lose verbündete Japan „faschistisch“ war. Dies wird zwar wie selbstverständlich von den Marxisten bejaht (wofür allenfalls die verfassungsrechtliche Prägung des modernen Japans durch das deutsche Verfassungsrecht irgendwie vorgebracht werden könnte, sofern man mit der „Antifa“ deutsch als faschistisch definiert), beruht aber auf einem Verkennen der Eigengesetzlichkeiten des Politischen, insbesondere im Bereich Außenpolitik, wo aus machtpolitischen Erwägungen und Zwängen sich Bündnisse ergeben, die ideologisch nicht zwingend sind: So kann man auch zum Beispiel Großbritannien nicht als „bolschewistisch“ klassifizieren, weil es im 2. Weltkrieg mit dem GULagisten Stalin verbündet war. Will man das Japan der Vorkriegszeit als „faschistisch“ einordnen, dann muß man diesen Begriff derart breit ausweiten, daß damit jede politische Herrschaft, zumindest eine nicht dem parlamentarischen System (voll) entsprechende als „faschistisch“ eingestuft werden muß. Dann wiederum qualifiziert sich jedoch vor allem der „real existierende Sozialismus“ als faschistisch! 

In der Tat kann die Frage, ob es auch einen außereuropäischen Faschismus gegeben hat, vor allem mit Hinweise auf den Sozialismus der sog. Dritten Welt bejaht werden. Während sich in Europa der Faschismus aus der Abspaltung von der klassischen Sozialdemokratie des 19. Jahrhunderts ergeben hat, indem er dabei zur Selbstdefinition und zur Erhöhung von Wahlchancen rechte Elemente aufgegriffen hat, sind diese faschistischen Elemente in der sog. Dritten Welt im Zuge des nationalistischen Antikolonialismus überwiegend Bestandteil des Sozialismus geblieben. Die wesentliche Weichenstellung, die vom Sozialismus ausgehend zum Faschismus geführt hat, ist die Ersetzung des Proletariats als Agens des Fortschritts durch die Nation, wobei es dem Faschismus dabei auf den proletarischen  Bestandteil der Nation ankam, was mit der Parteibezeichnung „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ hinreichend zum Ausdruck gebracht ist. Dagegen erlaubte es die Konstellation des Antikolonialismus, daß der Sozialismus in der später so genannten Dritten Welt, die Elemente, die in Europa zur faschistischen Abspaltung vom klassischen Sozialismus des 19. Jahrhunderts führten, Wesensteil des Sozialismus bleiben konnten. Allenfalls in China kann man dann einen eher faschistischen Kuomintang von einem eindeutigen sozialistischen Kommunismus unterscheiden; es muß aber dabei schon betont werden, daß die Kommunisten deshalb den Bürgerkrieg gewonnen haben, weil sie als die besseren und effektiveren Nationalisten erschienen. In Indien nimmt der Faschist Subhas Chandra Bose, vorübergehend Führer der sozialistischen Kongreßpartei, auch im sozialistischen Bereich Kultstatus ein.

Gerade auf der Grundlage der bei der Analyse des Dritt-Welt-Sozialismus zu gewinnenden Einsichten kann dann auch erkannt werden: Der potentiell faschistische Charakter des Sozialismus kommt dementsprechend auch im bundesdeutschen Antifaschismus zum Vorschein; denn keine bundesdeutsche politische Bewegung verhält sich mit ihrem Gewaltkult, der völligen Unfähigkeit, sich mit gegnerischen Argumenten auseinanderzusetzen und der Kriminalisierung des politischen Gegners wegen gegnerischer Ansichten („Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“) faschistischer als die sog. Antifaschisten.

Hinweis: 

Bei dem Beitrag handelt es sich um eine etwas modifizierte Fassung des auf der Website der libertären Zeitschrift „eigentümlich frei“ veröffentlichten Beitrags:

Was ist Faschismus: Eine Antwort unter Berücksichtigung außereuropäischer Phänomene

http://ef-magazin.de/2010/03/05/1896-rueck--und-ausblick-was-ist-faschismus

Dieser Beitrag wiederum stellt eine überarbeitete Fassung eines Vortrags dar, den der Verfasser auf der 10. Winterakademie des Instituts für Staatspolitik am 30.1.2010 gehalten hatte. Eine zusammenfassende Darstellung ist im Februar-Heft 2010 der Monatszeitschrift „Sezession“ veröffentlicht worden: https://sezession.de/archiv/34/heft-34-februar-2010

https://sezession.de/wp-content/uploads/alte_nummern/sezession_heft34.pdf 
(s. dort S. 32 bis 35 mit einigen passenden Illustrationen).

Soweit im vorstehenden Text keine Nachweise gebracht sind, können diese gefunden werden im Werk des Verfassers: Roter, brauner und grüner Sozialismus: Bewältigung ideologischer Übergänge von SPD bis NSDAP und darüber hinaus, Lichtschlag Medien und Werbung KG, Grevenbroich, 2008

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http://lichtschlag-buchverlag.de/programm/JosefSchuesslburner/RoterbraunerundgruenerSozialismus

(relevant ist dabei vor allem das Unterkapitel: Deutscher Nationalsozialismus und Drittweltsozialismus, wo auch aufgezeigt wird, daß der NSDAP-Führer eine Ähnlichkeit von NSDAP und den antikolonialistischen Unabhänigkeitsbewegungen erkannt hat).  



pdf Sozialismusbewältigung Teil 10